Am österreichischen Energiemarkt greifen 2026 mehrere Entlastungen gleichzeitig: Die Netzkosten steigen nur noch moderat, die Erneuerbaren-Abgabe sinkt um mehr als 14 Prozent, die Elektrizitätsabgabe für Haushalte nähert sich dem EU-Mindestsatz, und für energieintensive Betriebe gibt es den neuen Industriestrombonus.
Netzkosten: nur noch +1,1 Prozent
Die Netzkosten steigen 2026 Berichten zufolge nur um rund 1,1 Prozent, nach einem Anstieg von teils über 20 Prozent im Vorjahr. Dahinter steht der Regulierungskonto-Mechanismus der Austrian Power Grid (APG): Er gleicht Differenzen zwischen prognostizierten und tatsächlichen Netzkosten der Vorjahre aus und wirkt dämpfend, sobald sich diese Differenzen normalisieren.
Erneuerbaren-Abgabe: rund 14 Prozent niedriger
Die Erneuerbaren-Abgabe finanziert die Förderung von Ökostrom und sinkt 2026 um mehr als 14 Prozent. Sie steht auf jeder Strom- und Gasrechnung, unabhängig vom gewählten Liefervertrag.
Elektrizitätsabgabe: Senkung für Haushalte
Für Haushalte nähert sich die Elektrizitätsabgabe im Rahmen der 2026 beschlossenen Entlastungsmaßnahmen dem EU-weiten Mindestsatz von 0,1 Cent pro Kilowattstunde an. Gemeinsam mit der gesenkten Erneuerbaren-Abgabe sinkt damit der regulierte Anteil der Stromrechnung, auch ohne Anbieterwechsel.
Industriestrombonus: 150 Millionen Euro für energieintensive Betriebe
Der Industriestrombonus richtet sich an energieintensive Betriebe mit einem Jahresverbrauch über 1 Gigawattstunde und ist mit 150 Millionen Euro dotiert. Wer ihn erhält, muss mindestens 80 Prozent davon reinvestieren, mindestens die Hälfte in Maßnahmen zur Energieeffizienz.
Billigstrom-Gesetz
Das vom BMWET angekündigte Billigstrom-Gesetz bündelt mehrere dieser Maßnahmen zu einem Paket gegen hohe Strompreise. Der Parlamentsbericht PK0648 vom 30.06.2026 behandelt die Stromkostenentlastung für die Industrie als Teil des Industriestrompakets.
Was das für Unternehmen bedeutet
Die regulierten Bestandteile der Stromrechnung, also Netzkosten und Abgaben, werden 2026 in Summe günstiger. Den Tarifvergleich ersetzt das nicht: Der Energiepreis bleibt der Teil der Rechnung, den du über einen Anbieterwechsel am stärksten beeinflusst. Zugegeben, das ist Aufwand. Die aktuellen Marktpreise führt E-Control laufend im Preismonitor.
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